Neues aus der Seefracht | Ziegler
19 September 2019

Neues aus der Seefracht

Ab dem 1. Januar müssen sämtliche Seeschiffe ihren Ausstoss von Schwefeloxiden reduzieren. Ab diesem Datum dürfen nur noch Treibstoffe mit einem Schwefelgehalt von max. 0,5% verwendet werden. Mit dieser Massnahme trägt die Schifffahrtsindustrie massgeblich zu einem ökologischeren Fussabdruck bei.

Ab dem 1. Januar 2020 müssen sämtliche Hochsee-Schiffe ihre Emissionen an Schwefeloxiden um 85% reduzieren. Diese neue Verordnung wurde von IMO (International Maritime Organization) erlassen, um dem wachsenden Druck bezüglich Schadstoffen in der Schifffahrt entgegen zu wirken Sie wird sich markant auf  den globalen Erdölmarkt auswirken. Die eingesetzten Treibstoffe dürfen dann nur noch einen max. Schwefelgehalt von 0.5% (heutiger Grenzwert 3,5%) enthalten.

Welche Möglichkeiten bieten sich den Reedereien, damit diese Verordnung eingehalten werden kann?

Umstellung auf alternative Kraftstoffe:

Die Reedereien haben die Möglichkeit auf LNG umzusteigen. Dies ist für einige neue Schiffstypen vorgesehen und es gibt bereits Reeder, welche diesen neuen Kraftstoff erfolgreich einsetzen.

Scrubber

Es können Scrubber (Anlagen zur Entschwefelung von Abgasen) eingesetzt werden, um die Schadstoffe in den Abgasen zu entfernen. Die Möglichkeit zum Einbau dieser Anlagen oder der Umbau ist Kapazitätsgründen begrenzt und teuer.

Welche Auswirkungen hat diese Verordnung, welche Risiken sind damit verbunden?

Die Ankündigung dieser neuen Verordnung hat zu grosser Unsicherheit über die Verfügbarkeit von Erdölprodukten und der damit verbundenen Preisentwicklung geführt. Ein Preisniveau für die neuen, schwefelarmen Treibstoffe zu eruieren, ist zurzeit  nicht möglich, denn die Preise hängen von diversen Faktoren ab (geopolitische Situation, Kriege, Unruhen, OPEC, etc).

Zum jetzigen Zeitpunkt ist klar, dass die Treibstoffkosten höher sein werden. Heutige Prognosen gehen von einem Anstieg der Preise von USD 200 bis zu USD 450 pro TEU aus. Dies ist lediglich eine Einschätzung und kann sich unter Ansicht verschiedener Aspekte wieder verändern. Die gesamte Branche wird mit volatileren Treibstoff-Kosten konfrontiert sein.

Die prognostizierten Kostensteigerungen werden sich nach heutigem Wissenstand erheblich auf die Preise der Frachtraten auswirken. Während der  Implementierungsphase für die IMO 2020-Verordnung erwarten wir steigende Fracht- und Bunkerpreise bereits zum Ende des 3. Quartals 2019. Diese Preiserhöhung wird in Form eines höheren BAF (Bunker Adjustment Factor) ausgewiesen werden.